Escape-Games – also vorbereitete Rätselräume, aus denen sich eine Gruppe befreien muss – haben in den letzten Jahren eine gewissen Bekanntheit erlangt. Nicht immer müssen Rätsel und Geschicktlichkeitsaufgaben gelöst werden, um den Raum verlassen zu können. Je nach Hintergrundgeschichte gilt es auch mal einen Mord aufzuklären oder ein Schiff vor dem Sinken zu bewahren. Mit etwas Fantasie und Planung lassen sich auch Feuerwehrtätigkeiten in ein solches Format einbinden. 2024 beschloss die Feuerwehr Büdingen das Übungsjahr zum ersten Mal mit einem Escape-Game und wegen der großen Beliebtheit dieses Übungsformats hieß es auch in diesem Jahr wieder: „Wir möchten ein Spiel mit euch Spielen….“

Umfassende Vorbereitungen notwendig

Damit eine unterhaltsame, schlüssige und gleichzeitig lehrreiche Übung funktionieren kann, sind umfassende Vorbereitungen notwendig. Nachdem sich unser Dienstgruppen- und Spielleiter Lukas Nazarenus bereits 2024 diesen Planungen angenommen hatte, übernahm er auch in diesem Jahr die Planung und Koordination der Abschlussübung. Herausgekommen sind eine Startstation, zwei Spielphasen aufgeteilt auf 12 Stationen, welche von zeitweise 4 unabhängig operierenden Gruppen durchgespielt werden mussten.  

Letzte Abstimmung der Spielmacher mit dem Spielleiter Lukas Nazarenus (links im Bild)

Eine Entführung als Spielstart

Die erste Anweisung an die Teilnehmenden der Einsatzabteilung: Vor der Fahrzeughalle warten. Das klingt erstmal nicht spannend, bis plötzlich 3 Kameraden entführt und von den Herausforderern des Abends an einen geheimen Ort gebracht werden. Dort angekommen, gilt es Rätsel zu lösen, bis die Gruppe mittels Funk auf sich aufmerksam machen und retten lassen kann. Die verbliebenen Einsatzkräfte werden mit einer verzerrten Sprachnachricht von den Entführern über die Spielregeln informiert und beginnen ihrerseits mit der Lösung des ersten Rätsels.

Einsatzort: Das ganze Stadtgebiet

Wort- und Zahlenrätsel, Geschicklichkeitsbeispiele und feuerwehrtechnische Übungen führen zur Erlangung weiterer Hinweise, insbesondere zu Orten oder Personen, an welchen diese zu finden sind. Daher waren wir mit fast allen unserer Fahrzeuge im Stadtgebiet unterwegs. Unser Gerätehaus, das Industriegebiet, die Altstadt und auch die Stadtmitte waren in das Spiel einbezogen. Zwischen jedem Hinweis heißt es: Köpfe zusammenstecken, um diesen auch richtig zu verstehen. Beispielsweise musste auf unserem Parkplatz ein Kreuzworträtsel gelöst werden, nur leider durfte der Boden zum Rätsel hin nicht betreten werden oder die „Entführten“ mussten sich ein funktionierendes Funkgerät zusammenspielen, um sich über die Drehleiter retten lassen zu können. Mit der Rettung der Entführten endete jedoch nur die erste Spielphase. Im zweiten Teil gaben die Entführer/Spielmacher ihren eigentlichen Plan preis. Irgendwo in Büdingen sei eine „Bombe“ versteckt, mit laufendem Timer und der möglichen Chance, diese vor ihrer Detonation zu finden und zu entschärfen.

Von Brandbekämpfung zu Hilfeleistung ist alles dabei 

Eingebaut in das Escape-Spiel sind an vielen Stellen Inhalte, die für die Bewältigung von Feuerwehraufgaben notwendig sind. Daher hatten unsere Einsatzkräfte Gelegenheit einen Einsatz unter Atemschutz durchzuführen, Sonderfahrzeuge wie unseren Teleskoplader und die Drehleiter zu bewegen und einzusetzen und komplexe Geräte wie unsere pneumatischen Hebemittel einzusetzen. Neben dem Unterhaltungswert zum Jahresende, freuen wir uns daher über den tollen Ausbildungswert dieser Übung.

Finale im Kino

Ihren Abschluss fand die Übung im Büdinger Novum Kino. Fast alle Rätsel waren gelöst, der Standort der Bombe war entschlüsselt worden und auch die benötigte Ausrüstung wurde vom Vordach des Rathauses geborgen. Nach einem letzten Zahlenrätsel, konnte der Koffer geöffnet und die „Bombe“ entschärft werden.

Gemeinsamer Übungsabschluss

Die Feuerwehr funktioniert nur als Team. Um die Kameradschaft und den sozialen Austausch zu fördern, enden Übungen bei uns oft mit einem gemeinsamen Essen und kalten Getränk. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den vielen helfenden Händen im Umfeld der Übung, die diese wieder so möglich gemacht haben. So haben uns Nelli und Julia Leitner mit einer köstlichen Lasagne versorgt. Zum Essen eingeladen wurde die Einsatzabteilung durch Gerhard Wagner, einem Mitglied unserer Ehren- und Altersabteilung und ehemaligem Wehrführer der Feuerwehr Büdingen. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön hierfür.  Dank Michael Wagner konnten wir trotz der kalten Temperaturen auch einen warmen Moment im Lichthof unseres Gerätehauses verbringen.